„Die letzte Runde ist immer die Schwerste. Mein Puls scheint nicht mehr zu sinken, owohl ich eine gefühlte Ewigkeit nur rumstehe. Ich greife wie in Trance zum Kettlebell, das mit jeder Runde schwerer zu werden scheint. Kurz ertappe ich mich bei dem Gedanken, aufzuhören. Da sind noch jede Menge Klimmzüge und meine Unterarme explodieren bereits. Was solls; Augen zu und durch… Ich höre, die Anderen rufen und sehe im Augenwinkel ihre Umrisse. Natürlich ist aufgeben jetzt keine Option mehr. Also schaue ich zum Timer und hab noch 10 Sekunden für den letzten Klimmzug; geschafft! Zwar als Letzter, aber im Timecap. Glücklich sinke ich zu Boden und strecke meine Hand zum Abklatschen so hoch, wie es noch möglich ist. Alle kommen vorbei und gratulieren mir. Vielleicht zollen sie meiner Anstrengung Respekt, weil sie eben genau das Gleiche gefühlt haben. So und ähnlich habe ich es schon undendlich oft als Athlet gespürt und als Coach beobachtet. Geteiltes Leid ist eben doch halbes Leid; sowie geteilter Erfolg tatsächlich doppelt so süss schmeckt. Wer andere anfeuert und motiviert, erfährt die gleichen Glücksgefühle, sobald das fiese WOD besiegt wurde. Das ist wie der Steilpass, der zum Torerfolg führt; wie der 50yard-Pass vor dem Touchdown und wie der Alley zum Oop. Der Passgeber empfindet zurecht ein tiefes Gefühl von Befriedigung, denn er hat dazu beigetragen, dass sein Teamkamerad erfolgreich ist. Es ist leicht, sich auf’s Sofa zu setzen, wenn man das WOD als Erster gekillt hat. Dann unterhält man sich mit dem Zweitschnellsten und fachsimpelt darüber, bis zu welcher Runde die Pull Ups unbroken gingen. So trudelt einer nach dem anderen in die gesellige Runde. Da wird getrunken, gelacht und man klopft sich gegenseitig auf die nassen Schultern. Gänzlich unbemerkt, rackert sich ein Athlet immer noch durch die letzte Runde. Lediglich angefeuert durch den Coach und den Typen, der grundsätzlich jeden anfeuert, weil er mit leidet. Warum ich das erzähle? Weil das verdammte WOD erst vorbei ist, wenn ALLE damit fertig sind. Wenn ich schon so begnadet fit bin, dass ich jedes WOD unter den ersten Drei beenden kann, hab ich sicher auch noch ein wenig Energie, um den weniger Fitten (oder denen, die mehr Wert auf Movement Standards legen) zu helfen. Anfeuern kann ich im Stehen, im Sitzen und zur Not im Liegen. Eine Gemeinschaft zieht an einem Strang, unterstützt und hilft sich leidenschaftlich; und das Tag für Tag, WOD für WOD. Irgenwann wird aus jedem Anfänger ein Passgeber, der anderen ein gutes Gefühl gibt, weil er es kann. Respektiert jede Leistung und jeden Athleten!“
We are CFH
Eure Coaches